Ohrenschmerzen bei Kindern und Erwachsenen

Im Herbst und Winter treten Ohrenschmerzen am häufigsten auf. Betroffen sind besonders Kinder zwischen 6 Monaten und 6 Jahren.
In meine Praxis kommen überwiegend Eltern mit Kindern, die akute Ohrenschmerzen haben oder sie haben häufige Infekte wie Schnupfen und Husten.
Einige Kinder haben schon Antibiotika bekommen, manchmal mehrfach und nun suchen die Eltern nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten.
Auch im Erwachsenenalter treten oft noch Ohrenschmerzen auf.
Die klassische Homöopathie ist hier meine bevorzugte Methode, um die akuten Symptome und vor allem die dauernde Infektneigung zu behandeln. Homöopathische Mittel können die Selbstheilungskräfte anregen, um wieder gesund zu werden und zeigen bei sachgerechter Anwendung in der Regel keine unerwünschten Nebenwirkungen.

Betroffene sind oft unsicher und haben Zweifel, ob und wann bei einer akuten Mittelohrentzündung Antibiotika genommen werden sollten oder ob es andere Möglichkeiten gibt.
Bei Kindern stellt sich häufig Eltern die Frage, ob es eine Alternative zu der von Ärzten häufig empfohlenen Operation der Rachenmandel oder dem Legen eines Röhrchens ins Trommelfell gibt.
Deswegen gebe ich hier einige Informationen dazu und hoffe ein paar offene Fragen klären zu können.

Wie kommt es zu Ohrenschmerzen?

Häufig treten Ohrenschmerzen im Rahmen einer Erkältung auf. Typisch dafür ist das Winterhalbjahr, in dem man sich üblicherweise die meisten Infekte einfängt.
Ursache sind dann in der Regel Viren und Bakterien. Es beginnt oft mit einem Schnupfen und gerne treten die Ohrenschmerzen dann oft plötzlich abends oder nachts auf und können sehr heftig sein.

Der Tubenkatarrh

Durch das Eindringen der Erreger bei einem Schnupfen schwellen die Schleimhäute in der Nase, im Nasenrachenraum und der Eustachi’schen Röhre (Ohrtrompete, Tuba auditiva) entzündlich an und sondern vermehrt Flüssigkeit ab. Durch diese Schwellung verengt und verschließt sich schließlich die Ohrtrompete auf einer Seite. Damit ist auch der Belüftungsweg zum luftgefüllten Mittelohr, in dem die Gehörknöchelchen liegen, versperrt. Der Druckausgleich zwischen der Luft im Mittelohr und der Außenluft kann nicht mehr stattfinden und es entsteht ein Unterdruck im Mittelohr.
Es kommt zu Symptomen wie Druck auf dem Ohr oder dem Gefühl eines verstopften Ohres und man hört oft auch schlechter. Zu diesen Symptomen kann es auch ohne Schnupfen kommen, wenn eine Rachenmandelvergrößerung vorliegt.

Die Rachenmandelvergößerung

Viele Kinder haben eine vergrößerte Rachenmandel oder Rachenmandelwucherung (medizinisch: Adenoide).
Den Eltern fällt auf, dass das Kind immer wieder Schnupfen und Husten hat, schlechter hört, tagsüber mit offenem Mund atmet oder nachts schnarcht und evtl. kleine Atemaussetzer hat.
Viele kennen das als „Polypen“, es hat aber mit echten Polypen nichts zu tun.

Die Rachenmandel liegt am Dach des Nasenrachenraums und gehört zur Immunabwehr.
Bei einer Erkältung schwillt die Rachenmandel zusätzlich an und verschließt die Öffnung der Eustachi’schen Röhre. Es entwickelt sich ein Tubenkatarrh, evtl. bis hin zur Mittelohrentzündung.

Ungefähr ab dem 10./11. Lebensjahr beginnt die Rachenmandel sich natürlicherweise zurück zu bilden. Das Immunsystem der Kinder ist dann schon gut ausgebildet und die Beschwerden lassen häufig von alleine nach.

Kinder sind weitaus häufiger betroffen als Erwachsene.
Bei kleinen Kindern liegt die Eustachi’sche Röhre noch nahezu waagerecht zwischen Rachenraum und Mittelohr und sie ist deutlich kürzer als bei Erwachsenen. Erreger können so leichter und schneller vom Nasenrachenraum über die Tube ins Mittelohr aufsteigen. Es kommt schnell zu Schmerzen, Druckgefühl oder einer Hörverschlechterung. Manchmal kann sich daraus auch eine Mittelohrentzündung entwickeln. Wichtig zu wissen ist, dass nicht jeder Ohrenschmerz gleich eine Mittelohrentzündung sein muss.
Kommt Fieber dazu, ist es wahrscheinlich eine akute Mittelohrentzündung.

Die akute Mittelohrentzündung (akute Otitis media)

Ursache sind in der Regel Bakterien oder Viren und die oben genannten Belüftungsstörungen der Eustachi’schen Röhre (Ohrtrompete). Es kommt zur Entzündung der Schleimhaut bis hin zur Eiterbildung im Mittelohr mit Fieber.
Da auch hier die Ohrtrompete durch die Schwellung der Schleimhäute verschlossen ist, kann das eitrige Sekret nicht abfließen, sammelt sich in der Mittelohrhöhle an und führt zu Druckgefühl und Schmerzen. Manchmal sammelt sich soviel Sekret an, dass das Trommelfell reißt. Der Eiter (manchmal auch etwas Blut) platzt sozusagen aus dem Mittelohr heraus und fließt in den äußeren Gehörgang. Dann hören die Schmerzen sofort auf und das Trommelfell heilt in der Regel ohne Folgen für die Hörfähigkeit wieder aus. Kommt es öfter zu solchen Trommelfellrissen, besteht die Gefahr einer Vernarbung des Trommelfells. Dadurch können später evtl. Hörschwierigkeiten auftreten.
Eine akute Mittelohrentzündung sollte in der Regel nach 2-3 Tagen wieder abgeklungen sein.

Symptome der akuten Otitis media

  • Fieber, begleitend kann es Schnupfen oder Halsschmerzen geben.
  • weiterhin allgemeine Schlappheit, wenig Appetit oder Durst.
  • Kinder haben oft keine Lust zu spielen. Sie weinen vor Schmerzen, sind evtl. gereizt oder mit nichts zufrieden zu stellen.
  • Kleinkinder klagen oft über Bauch- oder Kopfschmerzen, da sie im allgemeinen Schmerzen noch nicht genau verorten können.
  • Manche Kinder greifen sich an das betroffene Ohr oder reiben daran, oder sie legen sich im Bett vorwiegend auf die erkrankte Seite. Sie werden nachts immer wieder wach durch die Schmerzen und weinen.

Säuglingsotitis

Auch Säuglinge können eine Mittelohrentzündung haben. Sie kann auch ohne Fieber auftreten. Eltern sollten hier sehr aufmerksam sein und bei den untenstehenden Symptomen eine/n Ärztin/Arzt aufsuchen. Die Babys weinen oder schreien viel, sind unruhig und lassen sich auch durch Herumtragen oder Stillen/Füttern nicht beruhigen.

Der Paukenerguss

Wenn der akute Schnupfen oder die akute Mittelohrentzündung abgeklungen ist, bleibt in der Regel noch ein sogenannter Mittelohr- oder Paukenerguss (wässrige oder schleimige, zähe Flüssigkeit im Mittelohr) übrig. Er bildet sich üblicherweise in einem Zeitraum von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen zurück.
Bei Kindern, die häufig Infekte haben, kann es jedoch sein, dass schon wieder die nächste Erkältung begonnen hat, bevor der Paukenerguss sich komplett zurück gebildet hat.
Von einem chronischen Paukenerguss spricht man dann, wenn er mehr als drei Monate besteht.
Das kann zu dauerhaften Schwierigkeiten beim Hören und deshalb auch beim Erlernen der Sprache und damit verbundenen Schulproblemen führen.
Denn Kinder können meist noch nicht sagen, dass sie nicht gut hören. Eltern erkennen es beispielsweise daran, dass ihr Kind immer wieder nachfragt, wenn sie etwas zu ihm sagen oder dass es undeutlich spricht.
Das zeigt, wie wichtig eine Behandlung von Ohrenschmerzen oder wiederkehrenden Infekten ist.

Wie können Sie sich bei akuter Otitis media verhalten?

Fieber ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf eingedrungene Erreger und hilft dabei diese zu vernichten. Es muss also nicht sofort gesenkt werden.
Hier gibt es Tipps und Infos zum Umgang mit Fieber.

Die offiziellen Leitlinien empfehlen heute bei einer akuten Mittelohrentzündung als erste Maßnahme Schmerzmittel, die meistens auch fiebersenkend sind.
Dazu empfiehlt man allgemein Bettruhe, Flüssigkeitszufuhr, bei Kindern eine liebevolle Betreuung und ein Abwarten.
Abschwellende Nasentropfen sollten nur kurzfristig eingesetzt werden.
Mittlerweile werden sie seltener empfohlen, da sie kaum Wirkung auf den gesamten Verlauf haben und nur kurzzeitig benutzt werden dürfen, da sie Nebenwirkungen haben.
Die akute Otitis media sollte innerhalb von 2-3 Tagen beendet sein. [1]

Antibiotika sollten bei der akuten Otitis media im Gegensatz zu früheren Empfehlungen nur verschrieben werden wenn,
• starke Schmerzen, anhaltendes Erbrechen und/oder Durchfall, hohes Fieber über mehr als 2-3 Tage bestehen
• Säuglinge unter 6 Monaten erkranken
• Kinder unter 24 Monaten eine beidseitige Otitis media haben
• wenn dauerhaft Eiter aus dem Ohr läuft
• wenn Paukenröhrchen eingesetzt wurden
• wenn bestimmte Risikokrankheiten, Immunsuppression und Komplikationen vorliegen

Es sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden, wenn
• hohes Fieber mehr als 2-3 Tage anhält und hinter dem Ohr Berührungsschmerzen und eine Rötung auftreten
• Säuglinge unter 6 Monaten Fieber haben (selten) oder nicht trinken wollen, ständig schreien und sich nicht beruhigen lassen
• Krampfanfälle auftreten
• bestimmte Risikokrankheiten, Immunsuppression und Komplikationen vorliegen
• dauerhaft Absonderungen aus dem Ohr laufen

Was bringen Paukenröhrchen und die Operation der Rachenmandel bei Kindern?

Wenn die Kinder eine deutliche Hörminderung über einen längeren Zeitraum zeigen, wird häufig ein Schnitt ins Trommelfell gemacht und das Sekret aus dem Mittelohr abgesaugt. Evtl. wird das Legen eines Röhrchens ins Trommelfell empfohlen, damit das Sekret ablaufen kann und das Mittelohr wieder belüftet wird.
Zusätzlich wird dann oft auch die operative Entfernung der vergrößerten Rachenmandel empfohlen, die ambulant in Vollnarkose stattfinden kann.
Durch die Befreiung des Mittelohrs von dem Sekret kann das Kind oft besser hören. Die Entfernung der Rachenmandel soll auch verhindern, dass es bei weiteren Infekten wieder zu Ohrenschmerzen kommt.
Eine möglicherweise allergische Veranlagung oder die häufige Infektneigung, wird durch diese Behandlung nicht beeinflusst.
Eine amerikanische Studie aus der Kinderklinik Pittsburgh einer Arbeitsgruppe um J. Paradise fand dazu heraus, dass im ersten Jahr nach der Operation der Rachenmandel eine Verringerung der Häufigkeit von Ohrenerkrankungen auftritt. Aber sie fanden auch heraus, dass in den Folgejahren dieser Effekt nicht mehr gesehen wird. [2]

Ohrenschmerzen und Homöopathie

Die homöopathische Behandlung kann jederzeit begonnen werden, auch begleitend zu allen anderen z. B. ärztlichen Maßnahmen.
Grundlage jeder homöopatischen Behandlung ist eine gründliche Anamnese (s.u.).
Neben der akuten Behandlung ist das langfristige Ziel meiner Behandlung eine möglicherweise allergische Disposition und/oder auch die Neigung zu den immer wiederkehrenden Infekten zu verringern.
Studien zeigen, dass unter der homöopathischen Behandlung der Otitis media Kinder schneller symptomfrei waren und weniger Rückfälle hatten. [3] [4]

Anamnese

Bei der homöopathischen Anamnese achte ich besonders auf die speziellen Symptome der Krankheit, die bei jedem Menschen anders sein können.
Ich frage z. B. welche Seite betroffen ist, was genau der Auslöser für den Infekt war, wie z. B. Kälte, Nässe, Wind etc., ob Wärme gut tut oder nicht.
Gab es schon häufiger Infekte oder Ohrenschmerzen? Gibt es Hörschwierigkeiten? Welche begleitenden Symptome treten noch auf, wie Ausfluss aus dem Ohr, Fieber, Husten, Hals- oder Schluckschmerzen, Schlaf, Schwitzen, Schwäche, Durst oder Durstlosigkeit und Appetit oder Appetitmangel.
Daraus entwickelt sich ein Bild des persönlichen Gesamtzustandes als Basis für die Verordnung eines homöopathischen Mittels.

Bei Kindern ist es zusätzlich wichtig zu wissen, wie sich das Kind in der Krankheit verhält. Das ist oft sehr unterschiedlich und gibt mir spezifische Hinweise für die Auswahl des homöopathischen Mittels.
Manche Kinder sind beispielsweise weinerlich, anhänglich, ruhig, möchten im Bett liegen oder getragen werden, vllt. wollen sie nichts trinken oder essen oder nur ganz spezielle Sachen, haben kalte oder heiße Füße, spielen trotz Krankheit und sind aktiv, vielleicht sind sie aber auch sehr gequält durch die Schmerzen, weinen viel und laut, sind schnell gereizt, widerspenstig oder schlecht gelaunt.
Viele weitere Symptome, die ich durch die Beobachtung des Kindes und die Beschreibungen und Angaben der Eltern bekomme, helfen mir dann bei der Verordnung der homöopathischen Arznei.

Neben der Anamnese führe ich eine Untersuchung der Ohren und des Rachens durch.

Homöopathische Mittel bei Ohrenschmerzen

Noch eine kleine Erklärung zu homöopathischen Mitteln, die bei Ohrenschmerzen und Ohrenbeschwerden möglich sind.

Im Internet findet man viele Seiten, die homöopathische Mittel zum Thema Ohrenschmerzen empfehlen. Ich möchte hier bewusst nicht auch noch eine Liste von homöopathischen Mittel aufzählen oder wiederholen.
Mir ist es wichtig eine persönliche Beratung zu geben und mir das Kind anzuschauen, zu untersuchen und mit ihm in Kontakt zu kommen.
Durch die individuellen Symptome und die Informationen, die mir die Eltern geben, kann ich herausfinden, welches Mittel in dem Moment am Besten zu dem jeweiligen Kind und seinen Beschwerden passt.

Wegen der möglichen beschriebenen Komplikationen sollte bei Ohrenschmerzen eine mögliche Verschleppung des Prozesses vermieden werden.
Eine ganzheitliche Behandlung sollte die langfristige Gesundheitsperspektive im Fokus haben. Sie kann häufig erst durch eine tiefer gehende konstitutionelle homöopathische Behandlung beeinflusst werden, die das Kind bei der Entwicklung seiner Selbstheilungskräfte unterstützen soll.

Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich gerne bei mir 03069001727
oder schreiben Sie mir eine Mail.

Quellen
[1] https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/053-009.html
Ohrenschmerzen; Stand von 2014
[2] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8805013/
1999; Adenoidectomy and Adenotonsillectomy for Recurrent Acute Otitis Media
[3] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8805013/1996; Acute otitis media in children. Comparison between conventional and homeopathic therapy.
[4] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22226309/
2012; Randomized controlled pilot study to compare Homeopathy and Conventional therapy in Acute Otitis Media

Foto: Titelfoto Clipdealer; Foto Pia Mönch

Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel dient nur der Information und kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben.
Eine Heilpraktiker:in oder eine Ärzt:in sollte bei entsprechenden Beschwerden und vor Einnahme eines Arzneimittels immer aufgesucht werden, Eine fachgerechte ärztliche oder heilpraktische Behandlung soll dieser Artikel keinesfalls ersetzen.
Die Homöopathie ist derzeit keine von der Medizin anerkannte Heilmethode.

Pia Mönch 27.10.2022; aktualisiert 28.03.2023

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Hier gibt es mehr Infos zur Prüfung.
Hier gibt es mehr Infos über mich und meine Unterrichtserfahrung.

Ort: Praxis Böckhstr. 45 in 10967 Berlin-Kreuzberg 
U8 Schönleinstr.

Kosten:
Kurs: 150€ für vier Termine jeweils Dienstags ab 17:00 Uhr.
Einzelcoaching: 60€ pro Stunde


Fußreflexzonenmassage zur Selbsthilfe

Aufgrund der Situation durch das Coronavirus fallen die Veranstaltungen Fußreflexzonenmassage zur Selbsthilfe bis auf weiteres leider immer noch aus.

Wenn es wieder losgeht werde ich das rechtzeitig hier bekannt geben.

Ort: Bethanien Haus Bethesda der Diakonie,
Dieffenbachstr. 40, HH im Erdgeschoss,
10967 Berlin Kreuzberg

Die Fußreflexzonenmassage wird in der Naturheilkunde seit langem bei der Behandlung verschiedenster Beschwerden eingesetzt. Sie ist eine Reiztherapie und hat sich bei Schmerzen oder verschiedensten Beschwerden im vegetativen Nervensystem bewährt.

Über die Massage am Fuß werden an den Organen anregende oder beruhigende Reize hervorgerufen. So kann sie z. B. bei Rücken- oder Kopfschmerzen, Mensesschmerzen, Verdauungsproblemen, Verstopfung und vielen anderen Beschwerden eingesetzt werden.
Mit der Fußreflexmassage kann man sich selbst bei leichten bis mittleren Beschwerden behelfen. Auch bei Stress ist es eine gute Methode, um zu entspannen.

Wir werden die Grundlagen der Fußreflexmassage nach Hanne Marquardt kennenlernen, sowie praktische Beispiele für die Selbstanwendung, die gleich geübt werden können.
Dazu gehört auch die Aufklärung über die Grenzen der Selbstbehandlung.

Und das Wichtigste: natürlich werden wir uns dabei auch entspannen können.

Wer mit Partner kommt, kann sich in der Partnermassage üben.
Bitte in bequemer Kleidung kommen.
Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Einfach vorbei kommen oder bei Fragen eine Mail schreiben

Hier gibt es weitere Informationen zur Fußreflexzonentherapie

Gänseblümchen und Naturheilkunde

Das Gänseblümchen (lat. bellis perennis)

Jedes Kind kennt das hübsche Wiesenpflänzchen, das an einem Stiel aus der am Boden liegenden Blattrosette entspringt.
Kinder zupfen gerne die weißen Zungenblüten eine nach der anderen aus und spielen dabei “…liebt mich …liebt mich nicht…. usw.” oder sie versuchen einen Blütenkranz zu basteln, um ihn auf den Kopf zu legen.

Aber wer weiß schon, dass das kleine unscheinbare Blümchen eine großartige Heilpflanze ist?
Sie wurde schon im Mittelalter genutzt, in der Homöopathie spielt sie eine Rolle und wennich die Blättchen und Blütenköpfe aufs Brot lege oder in den Salat mache, sind die meisten Menschen überrascht.
2017 wurde das Gänseblümchen zur Heilpflanze des Jahres gekürt.
Weil es nicht mehr so oft in der Heilkunde angewendet wird, möchte ich hier einen Einblick in seine Heilkräfte geben und dazu beitragen die kleine Pflanze etwas bekannter zu machen.

Namensbedeutung

Bellis bedeutet auf lateinisch hübsch oder schön. So kennen wir es auch unter dem Namen Tausendschönchen.
Perennis (lat. Bedeutung: das Jahr hindurch, beständig) bezieht sich darauf, dass es das ganze Jahr über blüht (außer wenn Schnee liegt) und das ist schon etwas ziemlich Besonderes.
Der deutsche Name Gänseblümchen soll in Bezug auf den Standort der Pflanze auf den Weiden der Gänse entstanden sein (1)

Es gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae/Compositae)

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

In der Heilkunde werden die Blätter und Blüten (lat. herba, das getrocknete Kraut) verwendet.
Die Inhaltsstoffe sind u. a. Saponine, Flavonoide, Polyine, Bitter-, Schleimstoffe und Spuren von ätherischem Öl.

Im Mittelalter wurden die Wurzeln und /oder das Kraut bspw. gegen Geschwülste, bei Verletzungen, zur Wundheilung, bei Schwindsucht, Engbrüstigkeit, Husten oder Gicht gebraucht.
So sollte eine Salbe aus Butter mit zerstoßenen Pappelblättern und Gänseblümchen gegen heftige Gliederschmerzen und Gicht helfen (1)

In der Volksheilkunde wird es innerlich und äußerlich als Auflage gegen Verletzungen, Quetschungen, Prellungen, Verstauchungen, Wunden, eiternde Hauterkrankungen z. B. Furunkel und Geschwüre empfohlen (1)
Als Tee wird es auch zur Blutreinigung in Frühjahrskuren, zur Stoffwechselanregung, bei Fieber, und Erkältungskrankheiten genutzt.
Bei Husten wird es zur Förderung des Auswurfs und zur Schleimlösung eingesetzt. Hier kann es in Teemischungen z.B. mit Efeublättern, Huflattich, die ebenfalls auswurffördernd wirken gut kombiniert werden.
Auch rheumatische Erkrankungen mit Gelenk- oder Muskelschmerzen stellen eine Anwendung dar.
Pfarrer Künzle erwähnt seinen Einsatz bei Brustfell- oder Lungenentzündungen (2).

Verwendung in der Homöopathie

Die homöopathische Tinktur wird aus der gesamten Pflanze mit Wurzel hergestellt.
Die hauptsächlichen Anwendungsgebiete liegen bei Verletzungen, Quetschungen, Prellungen, Blutergüssen, eiternden Hauterkrankungen, Muskelschmerzen besonders nach Verletzungen und Überanstrengung mit Zerschlagensheitsgefühl.
Die erste homöopathische Prüfung mit der Tinktur wurde 1856 von Dr. Thomas durchgeführt und ergab:
– Muskelschmerzen und Furunkelbildung (3).
In weiteren Prüfungen zeigten sich unter anderem:
– Zerschlagenheitsgefühl
– Muskel- und Gelenkschmerzen mit Besserung durch Bewegung, Reiben, Massage
– Hautjucken, Furunkel
– Gelbe schmerzlose Durchfälle
– Magenschmerzen mit Übelkeit und Sodbrennen besser durch Zusammenkrümmen und Druck.
– Schmerzen in der Leber-Gallenblasengegend und Halsschmerzen kamen auch vor (3).
Allgemein zeigten sich Abgeschlagenheit und Müdigkeit, aber auch der Drang nach Bewegung und das Gefühl morgens wie gerädert zu erwachen kam vor (3).
In der homöopathischen Literatur wird es nach Operationen der Bauch- und Beckenorgane und nach einem Sturz auf das Steißbein empfohlen (4).

Es ist homöopathisch hauptsächlich vergleichbar in der Anwendung mit Arnika und Rhus-tox.

Gänseblümchen im Dezember 2019

Das Gänseblümchen ist essbar

Besonders im Frühling – aber auch das ganze Jahr über – können die frischen Blätter und Blüten in einen Salat gegeben werden oder auf ein Brot mit Butter und Kräutersalz gelegt werden.
Das sieht appetitanregend aus und auch Kinder haben ihren Spaß daran.
Vor der Blüte kann man die geschlossenen Knospen wie Kapern zum sauren Einlegen nutzen.

Hinweis
Eine Einnahme des Arzneimittels sollte nur nach Rücksprache mit einem/einer Therapeutin erfolgen.
Die o. g. Anwendungs- und Arzneimittelbeschreibungen sind nicht als Anleitung zur Selbstbehandlung zu verstehen, sondern dienen lediglich der Information.

Quellen
(1) G. Madaus Lehrbuch der biologischen Heilmittel
(2) J. Künzle Das große Kräuterbuch
(3) J. Mezger Gesichtete homöopathische Arzneimittellehre 11. Auflage
(4) S.R. Phatak Homöopathische Arzneimittellehre 2. Auflage

Bitterstoffe und Gesundheit

Viele Menschen kennen nach dem Essen ein schweres drückendes Gefühl im Bauch oder Oberbauch, Müdigkeit, das Gefühl von aufgebläht sein, Rumoren im Darm oder vielleicht sogar Sodbrennen.
Oft hat man keine Zeit zu frühstücken, das Mittagessen wird schnell geschlungen, selbst kochen wird als anstrengend empfunden und man greift zu häufig auf ballaststoffarme Fertigprodukte oder fetthaltige und oft zuckrige Snacks zurück, um sich Energie zu holen.
Stress, Hektik und der Druck des Arbeitslebens mit Ängsten, Unsicherheiten oder vielleicht auch Sorgen und Belastungen im Alltags- oder Familienleben kommen dazu
Zeit oder Lust für Bewegung hat man dann auch nicht mehr oder viel zu selten.
Das alles kann die Verdauung und das Immunsystem schwächen und durcheinander bringen.
Betroffene Organe wie z. B. Magen, Darm, Leber, Gallenblase oder Pankreas werden früher oder später in ihrere Leistung beeinträchtigt.
Es können krampfartige Schmerzen, evtl. Übelkeit nach dem Essen, Sodbrennen, Reizmagen, Reizdarm, Blähungen, Verstopfungen oder Veränderungen des Stuhlgangs entstehen.
Auch andauernde Müdigkeit oder Lustlosigkeit und Leistungsschwäche entstehen möglicherweise als Folge eines gestörten Verdauungssystems.

Je nach Ursache, die immer abgeklärt werden sollte, können bitterstoffhaltige Heilpflanzen eine gute Hilfsmöglichkeit bei diesen Beschwerden sein.

Ich möchte hier ein paar Infos zu der gesundheitsfördernden Rolle von Bitterstoffen und ihren Wirkungen in der traditionellen Pflanzenheilkunde geben, wo sie eine wichtige Rolle spielen.

Bitterstoffe und Gesundheit weiterlesen

Entgiftung und Entschlackung für mehr Wohlbefinden.

Vortrag am Mittwoch, den 22.5.2019
!hat bereits stattgefunden!
  Mehr zum Thema finden Sie hier.

Wann: 18.30 – 20:00 Uhr
Wo:
Bethanien Haus Bethesda, Dieffenbachstr. 40,
10967 Berlin Kreuzberg.     U8 Schönleinstr.

Die Frühlingszeit ist optimal um unseren Stoffwechsel anzuregen und uns zu reinigen.

  • Wie funktioniert Entgiftung in unserem Körper?
  • Was können wir bei Übersäuerung tun?
  • Welche Tipps bietet die Naturheilkunde?

Die Veranstaltung ist kostenfrei
Anmeldungen bitte unter 030 69 000 2516 oder  030 69001727

Reiseübelkeit

Tipps und Infos zur Reiseübelkeit

Die Sommerferien sind da und viele reisen mit dem Auto, Flugzeug, manchmal auch dem Schiff in die Ferne.

Ist man mit Kindern unterwegs auf Reisen wissen viele Eltern, dass die Kleinen häufig unter Übelkeit leiden. Dann gehört nach leidvollen Erfahrungen eine Spucktüte oder eine Schüssel auch zum Gepäck.
Aber auch Erwachsene können unter Reiseübelkeit leiden. Sie müssen dann meistens zwar nicht erbrechen, aber sie bekommen beispielsweise Kopfschmerzen oder ein flaues unangenehmes Gefühl im Magen oder Bauch. Reiseübelkeit weiterlesen

Das Schneeglöckchen in Homöopathie und Pflanzenheilkunde

Im März war es in den letzten Jahren in Berlin meist schon verblüht. Ich habe es oft im Februar gesehen, manchmal auch bereits im Januar, wenn z. B. mal Schnee lag.
In diesem Jahr hat die lange Frostphase im Februar es erst im März aus der Erde kommen lassen. Am 12. März habe ich schon eine Wildbiene auf Futtersuche in den Blüten herumsummen gesehen und im Berliner Park Hasenheide stand es inmitten von aufsprießenden Stängeln des Wunderlauchs, die es wie eine grüne Wiese umrahmten.
Das Schneeglöckchen in Homöopathie und Pflanzenheilkunde weiterlesen

Die Brennnessel als Heilpflanze

Sie ist eine derjenigen Heilpflanzen, die auch Menschen kennen, die sonst gar nichts mit Pflanzen zu tun haben – sie ist also sehr populär. Dabei denkt man wahrscheinlich eher an ihre brennenden und juckenden Eigenschaften oder ihre ausufernde Verbreitung im Garten und nicht an die immensen Heilkräfte der Pflanze. Über die Kräfte dieser Powerpflanze möchte ich hier berichten. Die Brennnessel als Heilpflanze weiterlesen

Pseudokrupp und Homöopathie bei Kindern

Pseudokrupp und Homöopathie

Bei Pseudokrupp oder dem Krupp-Syndrom handelt sich um eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis subglottica) mit Beteiligung der Luftröhre bei Kindern. Meistens tritt die Erkrankung in der kalten Jahreszeit auf.
Im Folgenden finden Sie Informationen zu Ursache, Symptomen, homöopathischen Arzneimitteln und was man allgemein tun kann. Pseudokrupp und Homöopathie bei Kindern weiterlesen