Der Wunderlauch – ein Frühlingsbote in Berlin

Woran erkennt man den Wunderlauch?

Wunderlauch.Pflanzenheilkunde.PiaMoench.Berlin
Bild 1 Wunderlauchblätter im Frühjahr

Wenn es einen beim ersten Sonnenschein im Frühjahr wieder hinaus zieht und man durch die Parks schlendern kann, so werden einem vielleicht die kleinen grünen Stängel auffallen, die sich durch die vertrockneten Buchenblätter des Vorjahrs hindurch drücken. Was kann das sein?

In vielen Fällen ist es der sogenannte Wunderlauch. Man kennt ihn auch unter anderen Bezeichnungen wie den Berliner oder Russischen Bärlauch. Sein lateinischer Name ist Allium paradoxum. Dieses Gewächs kommt schon früh im Jahr aus der Erde. In diesem Jahr mit dem sehr milden Winter konnte man die ersten Spitzen in Berlin schon am 28. Februar entdecken, siehe Bild 1.

Die Blütezeit

Schreitet der Frühling weiter fort, so entwickeln sich am Ende des Stängels kleine weiße Blüten und später die grünlichen Brutzwiebeln – ähnlich wie beim verwandten Knoblauch.

Wunderlauch.Blüte.Pflanzenheillkunde.Pia.Monech.Berlin
Bild 2 Wunderlauch Blüte

Die Blätter sind ca. 2 cm breit, von elliptisch lanzettlicher Form und strömen starken Lauchgeruch aus, siehe Bild 2. Dieser ist dann in der warmen Frühlingsluft schon von weitem gut zu riechen.

Früh gekommen ist er auch schon früh wieder verblüht und zieht sich mit gelblich werdenden Blättern schon im Mai zurück.

Familie und Herkunft

Der Wunderlauch gehört zur Familie der Lilien- oder auch Lauchgewächse. Ursprünglich kommt er aus dem Kaukasus, aus Turkmenistan und aus dem Nord-Iran¹. In Berlin treffen wir ihn z. B. im Plänterwald in Treptow vielfach an. Auch im Berliner Umland findet man ihn an Waldrändern oft in großen Massen, siehe Bild 3. Im Westen und Süden Deutschlands wächst er dagegen nur selten.

Wunderlauch Pflanzenheilkunde.PiaMoench.Berlin
Bild 3 Wunderlauch zur Blütezeit

Verwandt ist der Wunderlauch mit dem Knoblauch, dem Bärlauch, der Küchenzwiebel, dem Schnittlauch und dem Gemüselauch. Er ist wie alle diese Sorten essbar². Der Geschmack der Blätter ist ähnlich dem des Bärlauchs, nur etwas milder. Auch die kleinen Brutzwiebeln, die sich am Ende des Stängels befinden, sind sehr schmackhaft.

Die Erntezeit

Die günstigste Erntezeit ist vor der Blüte, also sobald sich die Blätter zeigen.

Aber man muss aufpassen: Es sind Verwechslungen mit dem giftigen Maiglöckchen und mit der Herbstzeitlose möglich. Maiglöckchenblätter sind breiter und dunkler. Auch die Blätter der Herbstzeitlose sind giftig, sie sind dunkelgrün und stehen meist zu dritt in einer Rosette zusammen. Beide Pflanzen verströmen beim Zerreiben der Blätter zwischen den Fingern keinen Geruch nach Lauch.

Von den Blättern sollte man immer nur eines ernten. Denn die Pflanze braucht die Blätter, um Nährstoffe in der Zwiebel zu sammeln. Damit kann sie später gut überwintern. Von der Ernte in Parks ist allerdings abzuraten, da hier viele Hunde und mitunter sogar Füchse (Fuchsbandwurm) unterwegs sind. Auf jeden Fall sollte die Ernte immer gut vor Verzehr gewaschen werden.

Wirkungen des Wunderlauchs

Wie bei den meisten Wildkräutern erreicht man die besten Wirkungen durch das Essen der frischen Blätter. Jetzt im Frühling, wo es an Kräutern aus der Natur noch mangelt kann man sich durch die Blätter des Wunderlauchs frische Vitamine zuführen. In Salaten, klein geschnitten aufs Brot (wie Schnittlauch) oder über Suppen und Pastagerichten kommt sein Aroma sehr gut zur Geltung. Auch getrocknet kann man ihn gut als Würzmittel verwenden.

Wunderlauch Brutzwiebel.Pflanzenheilkunde.PiaMoench.Berlin
Bild 4 Wunderlauch Brutzwiebel

Wer empfindlich im Magen oder Darm reagiert, der sollte anfangs nur kleine Portionen zu sich nehmen. Große Mengen können zu Reizungen oder Blähungen führen. Allerdings ist diese Wirkung deutlich geringer, als beim Knoblauch. Selten treten auch allergische Reaktionen auf.

So wie Knoblauch oder Bärlauch kann der Wunderlauch durch seine Inhaltsstoffe verdauungsanregend, leicht Blutdruck senkend und vorbeugend gegen Arteriosklerose (Verkalkung der Gefäße) wirken. Diese Wirkungen sind natürlich gering, da man ihn nicht täglich pfundweise essen kann. Als angenehme Würz- und Nahrungspflanze kann er seinen Beitrag zu einer gesunden Ernährung aber auf jeden Fall leisten.

Und – auf den Geschmack gekommen? Über Erfahrungswerte mit dem Wunderlauch würde sich die Verfasserin freuen. (Kontakt)

Heilpraktikerin Pia Mönch/09.03.2015

Quellenangaben:
1. Webseite des Bundesamtes für Naturschutz vom 9.3.2015 http://www.floraweb.de/pflanzenarten/druck.xsql?suchnr=307&sipnr=307&

2. http://de.wikipedia.org/wiki/Wunder-Lauch vom 9.3.2015

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